Erfahrungsbericht: SSD – Vertex 2 E (60GB) von OCZ
Seit einer Woche bin ich nun auch stolzer Besitzer einer SSD (Solid State Drive). Genauer gesagt habe ich mich für die Vertex 2 E (60GB) von OCZ entschieden.
Da ich vorher schon viel positives über SSDs gelesen hatte, war ich gespannt auf den Performanceschub beim Wechsel von HDD auf SSD. Ob sich hinsichtlich der Performanceverbesserung etwas verbessert hat, lest ihr in diesem Artikel.
Zunächst die Herstellerangaben:
- Bezeichnung: OCZSSD2-2VTXE60G
- Größe: 2,5″ (Eibaurahmen für 3,5″ vorhanden)
- bis zu 285 MB/s (lesen)
- bis zu 275 MB/s (schreiben)
- Trimsupport
- SATA-3Gb/s
Mein System, in das ich die SSD eingebaut habe, seht ihr hier. Es ist das Mainboard M4A89GTD PRO/USB3 von Asus verbaut. Das ist vor allem für die Treiberwahl des SATA-Controllers interessant. Ich benutze Windows 7 – 64 bit. Meine SSD wurde mir bereits mit Firmwareversion 1.25 ausgeliefert. Gekostet hat sie übrigens 105 €.
TIPPS
Bevor man mit einer SSD loslegen kann sind ein paar Dinge zu beachten:
- Bios auf AHCI stellen (Wichtig für TRIM)
- Auf aktuellste Firmware Version der SSD überprüfen, ansonsten vor der Installation updaten
- Neuinstalltion des Systems
- Richtige Treiberwahl (in meinem Fall Microsoft vs. AMD)
- Defragmentierung deaktivieren
- Prefetch deaktivieren
- Superfetch deaktivieren
- Optional können noch weitere Dinge erledigt werden. Dazu später ein paar Links.
Der Einbau gestalltete sich relativ unkompliziert, allerdings passte der 3,5″-Einbaurahmen von OCZ nicht in mein Coolermaster – “HAF 912″-Gehäuse. Coolermaster verwendet spezielle Schnellverschlüße, welche nicht mit dem Rahmen kompatibel sind. Daher habe ich die SSD auf den 3,5″-Einbaurahmen von Coolermaster geschraubt, welcher dem Gehäuse beilag.
Welche Treiber?
Nach der Installation des Betriebsystems musste ich mich entweder für den standardmäßig mitinstallierten SATA-Controller-Treiber von Microsoft oder den von AMD entscheiden. Nach einigen Tests entschied ich mich für Version 10.12 von AMDs Catalyst Treibern. (Zu finden unter Optional Downloads -> “AHCI for Windows 7″)
Den Grund dafür seht ihr auf folgendem Screenshot. Hier sind nämlich die Übertragungsraten mit dem AMD-Treiber etwas höher, als mit dem von Microsoft.
Der AMD-Treiber ist allerdings momentan nur für Boards mit einem Chipsatz der 800er Serie (z.B. 890GX) in Kombination mit einem SB850-Chipsatz auf der Southbridge zu empfehlen. Nur in dieser Kombination wird TRIM derzeit von AMD unterstützt.
Nähere Infos dazu und auch zu den Treibern anderer Chipsatzherstellern es in einem Artikel von BlackSeals.net und auf planet3dnow.de.
Auch das bei Blackseal beschreibene Phänomen, dass Windows während des Starts etwa 10 Sekunden das Windows-Logo zeigt und in der Zeit nicht auf die SSD zugreift kann ich bestätigen. Das verlängert leider die Bootzeit des PCs. Allerdings konnte ich diesen Effekt auch beim Mikrosoft-Treiber beobachten.
Bootzeiten-Vergleich
Bootzeiten nach dem Bios in Sekunden:
- HDD – 45 inkl. Antivirus (MSE)
- SSD mit msahci.sys – 20 ohne Antivirus / 25 mit Antivirus
- SSD mit amd_sata.sys – 19 ohne Antivirus / 32 mit Antivirus
Anzumerken ist, dass man bereits ohne, dass das Antivirusprogramm geladen ist bereits arbeiten kann.
Der PC bootet also schon (deutlich) schneller, als zu HDD-Zeiten. Ohne das “10 Sekunden-Phänomen” beim Start wäre der Bootvorgang wahrscheinlich viel schneller.
Der Vorteil einer SSD wird allerdings nicht nur beim Booten ausgespielt. Auch Programme öffnen sich jetzt sehr schnell. Man gewöhnt sich aber auch sehr schnell an diese Geschwindigkeit und vermisst sie dann, wenn man wieder ein einem PC mit HDD sitzt.
Links
Weiterführende Links zum Thema SSD-Optimierung unter Windows 7
- http://www.antary.de/2009/12/15/ssds-unter-windows-7-einsetzen/
- http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=30040
- http://www.ocztechnologyforum.com/wiki/index.php?title=How_to_set_up_Windows_on_a_VERTEX
Weiterer Erfahrungsbericht zur Vertex 2
Fazit
Falls man das Geld übrig hat und viel mit dem PC arbeitet, so ist die Anschaffung einer SSD durchaus gerechtfertigt. Wenn man dann noch alle Tipps im Umgang mit einer SSD beachtet und die richtigen Treiber auswählt, möchte man die Geschwindigkeit einer SSD nicht mehr missen.
Insgesamt hätte ich mir den Ahhh-Effekt allerdings noch ein bisschen größer vorgestellt. Aber ich denke dieser wird bei den nächsten SSD-Generationen, welche die die SATA-6Gb/s Schnittstelle nahezu ausnutzen voll eintreten.




Blogmaster Chris, baust du mir auch so eine Platte ein?